Urologie

„Alle Dinge haben im Rücken das Weibliche und vor sich das Männliche. Wenn Männliches und Weibliches sich verbinden, erlangen alle Dinge Einklang.“ (Laotse)

Urologie

Die Urologie ist ein Teilgebiet der Medizin und beschäftigt sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen, also mit Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre bei beiden Geschlechtern. Urologen behandeln zudem auch Krankheiten der Geschlechtsorgane des Mannes, also der Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläsche, des Penis und der Prostata.

Aufgabe der Urologie sind die Diagnostik und die Therapie von Krankheiten der Harnorgane und der männlichen Geschlechtsorgane.

Uroonkologie

Die Uro-onkologie stellt ein großes Teilgebiet der Urologie dar. Sie befasst sich sowohl mit der konservativen (mittels Medikamente oder Überwachung) als auch operativen Therapie sämtlicher urologischer Malignome. Dazu zählen Tumore der Nebenniere, der Niere, des Harnleiters, der Prostata, der Harnblase, des Penis und der Hoden.

Knapp über ein 1/3 aller bösartigen Tumore des Mannes betreffen den Urogenitaltrakt. In Österreich ist der Prostatakrebs mit einem Anteil von 25% an allen Tumoren die häufigste bösartige Erkrankung und die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache des Mannes (1). Dabei steigt die Häufigkeit mit dem Alter bis ins achte Lebensjahrzehnt an.

Im Rahmen der Ordination wird eine ausführliche Beratung, eine konservative Therapie als auch eine etwaige Operationsplanung angeboten.

(1) http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/krebserkrankungen/krebs_im_ueberblick/index.html

Operative Urologie

Offene, laparoskopische und endoskopische Chirurgie:

Das Ziel eines operativen Eingriffes ist es, so schonend wie möglich, aber insbesondere in der Tumorchirurgie so radikal wie nötig, zu erfolgen.

Die operative Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung wird vorzugsweise endoskopisch in Form der transurethralen Resektion durchgeführt. Dabei wird das Operationsgerät vorsichtig in Narkose oder Spinalanästhesie (Kreuzstich) entlang der Harnröhre bis zur Operationsstelle eingebracht. Daraufhin wird die Prostata von innen ausgehöhlt, und es wird für wenige Tage ein Katheter eingelegt.

Bei der radikalen Prostatektomie zur Behandlung eines Prostatakarzinoms wird, wenn es technisch und onkologisch möglich ist, ein nervenschonendes Vorgehen bei der Entfernung der gesamten Prostata angewandt. Dabei kann bei vielen Männern die Erektion erhalten und eine hohe Kontinenzrate gewährleistet werden.

Bei oberflächlichen Blasentumoren erfolgt ebenso eine transurethrale Resektion. Es wird das Operationsgerät über die Harnröhre in die Blase eingeführt, und der Tumor wird in kleine Teile zerschnitten, welche hernach abgesaugt werden. Für wenige Tage wird der Harn über einen Katheter abgeleitet.

Ist das Harnblasenkarzinom nicht mehr auf die Oberfläche der Blasenwand beschränkt (sog. muskelinvasives Harnblasenkarzinom), wird die Entfernung der gesamten Harnblase (Cystektomie) durchgeführt. Als Harnableitung wird entweder ein Urostoma (offene Harnableitung über ein kurzes durch die Bauchwand geführtes Darmstück in einen Harnbeutel) oder bei passenden Voraussetzungen, die Bildung einer Neoblase (Darmersatzblase aus Dünndarm) angeboten.

Nierentumore werden, wenn es technisch möglich ist, laparoskopisch in Form der sog. Schlüssellochtechnik entfernt. Bei größeren Tumoren oder ungünstiger Lage des Tumors kann jedoch die gesamte Entfernung der Niere notwendig werden.

Sind minimalinvasive Operationsverfahren nicht möglich (z.B. bei sehr großen Tumoren oder Voroperationen) wird der Eingriff offen chirurgisch durchgeführt. Auch hierbei wird auf ein möglichst schonendes Vorgehen geachtet.

Alle Operationen werden von mir am Klinikum Klagenfurt durchgeführt. Das Klinikum ist das 3. größte Krankenhaus Österreichs und verfügt als Schwerpunktspital über sämtliche modernen medizinischen Einrichtungen.

Neben dem Chirurgen tragen aber auch erfahrene Narkoseärzt/e/innen und ein eingespieltes Pflegeteam wesentlich zum Erfolg eines operativen Eingriffes bei. Außerhalb der Regeldienstzeit versehen immer 2 Kollegen/innen Dienst an der urologischen Abteilung. Mit diesen Möglichkeiten soll für die Patient/en/innen ein möglichst sicherer Eingriff und ein problemloser postoperativer Verlauf gewährleistet werden.

Prostatakrebsvorsorge

Durch das frühzeitige Erkennen eines Prostatakrebses bieten operative als auch konservative Therapien sehr gute Heilungschancen. Zu spät diagnostizierter, nicht mehr heilbarer Prostatakrebs stellt hingegen eine langwierig verlaufende Erkrankung mit vielen möglichen Komplikationen dar.

Durch die Früherkennung soll die Morbidität und Mortalität von Männern mit einem Prostatakarzinom gesenkt und deren Lebensqualität erhöht werden.

Die Früherkennung basiert auf der digital rektalen Tastuntersuchung (Abtastung der Prostata über den After) und dem PSA Wert, welcher aus dem Blutserum bestimmt wird.

Über die Möglichkeit der Früherkennung sollten Männern ab dem 45. Lebensjahr mit einer mutmaßlichen Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren informiert werden (2). Bei Männern mit einem erhöhten Risiko für ein Prostatakarzinom (Anm. z.B. bei Familienangehörigen 1. Grades, welche an einem Prostatakrebs erkrankt sind oder waren) kann es sinnvoll sein, mit der Früherkennung bereits ab dem 40 Lebensjahr zu beginnen (2).

(2) AWMF, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe I Leitlinienprogramm Onkologie | S3-Leitlinie Prostatakarzinom | Version 5.1 | Mai 2019. Seite 32

Im Rahmen der Beratung werden Männer über die Vorteile als auch über die möglichen Nachteile der Prostata Früherkennung eingehend informiert.

Zweitmeinung in urologischen Fragestellungen

Unter einer Zeitmeinung (second opinion) versteht man die unabhängige Begutachtung eines ärztlichen Befundes durch einen zweiten Arzt.
Wissenschaft und Forschung führen zu einer stetigen Weiterentwicklung bei Diagnostik und Therapie. Gerade bei einer schwerwiegenden und bedrohlichen Erkrankung wie Krebs kann es sinnvoll sein, die Meinung eines Spezialisten einzuholen, um sich ein Höchstmaß an Sicherheit bei der Diagnose oder der Auswahl der Behandlungsmethoden zu verschaffen.
Es geht darum, die bereits vorhandenen Informationen und Behandlungsvorschläge prüfen zu lassen, Zweifel zu klären und vielleicht auch neue Informationen zu erhalten.

Absprache mit dem behandelnden Arzt:
Das Einholen einer Zweitmeinung ist keine Misstrauensbekundung gegenüber Ihrem Arzt. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, dass Sie sich gerne eine Zweitmeinung geben lassen möchten. In der Regel wird er dafür auch Verständnis haben und dies sogar befürworten.

Vier Ohren hören mehr:
Kommen Sie zu dem Gespräch nicht alleine. Nehmen Sie eine Person Ihres Vertrauens mit. Diese hat eine etwas klarere, distanziertere Sichtweise und stellt möglicherweise auch Fragen, an die Sie selbst nicht denken.